Wir halten unsere Alpacas extensiv. Das heisst, dass die Tiere das ganze Jahr über freien Zugang zum Stall/Zelt und einem dazugehörigen, befestigten Paddock mit direktem Weideanschluss haben. Die Tiere verfügen über ein grosses Platzangebot und die Weiden bieten dank Bäumen, Bächen und Sandgruben nicht nur Abwechslung sondern auch die Möglichkeit zur "Körperpflege". Im Sommer lieben es unsere Alpacas mit dem Gartenschlauch geduscht zu werden oder nehmen auch gerne mal ein kühles Bad.
Tierschutzvorschriften zur Haltung und Pflege von Neuweltkameliden finden Sie unter www.bvet.ch (Bundesamt für Veterinärwesen).
In den ersten Monaten achten wir darauf, insbesondere bei Hengstfohlen, dass der Kontakt zum Menschen nicht zu eng wird. Dies ist sehr wichtig um eine Fehlprägung (beserk-male-syndrom) zu vermeiden, in deren Folge das Tier den Menschen später als Rivalen betrachten könnte. Die Jungtiere werden mit ca. 6-8 Monaten abgesetzt und entwickeln sich in einer Jungtierherde, wo wir die Alpacas ans Halfter gewöhnen und mit dem Basistraining zum Begleittier beginnen. Eine gute Sozialisierung und Erziehung der Tiere ist äusserst wichtig und liegt uns sehr am Herzen. Dies gilt sowohl für die Stuten wie auch für die Hengste.
Grundfutter:
Gras, Heu und im Winter für die Zuchtstuten auch Emd als Grundration
Protector Kamelidenfutter 979.2 nur in kleinen Mengen/Lockfutter!
Künzle-Farma Lamabloc oder UFA Mineralsalz zur freien Verfügung
Unbedingt beachten sollte man:
Ernährungszustand regelmässig prüfen (Abtasten)
Kraftfutter nur in kleinen Mengen füttern (Kolikgefahr,Ueberfütterung)
Brot eignet sich nicht zur Fütterung (Kolikgefahr)
Keine grossen Stücke verfüttern (Erstickungsgefahr)
Im Frühjahr langsam von Heu- auf Grasfütterung umstellen (Eiweissüberschuss!)
Wir empfehlen Zahnbehandlungen vom Tierarzt oder vom fachkundigen Pflegeservice durchführen zu lassen.
Die Selektion von Tieren mit starkem Ueberbiss sollte eines der längerfristigen Ziele der Neuweltkamelidenzucht sein. Leider ist dies jedoch sehr schwierig, da der Zahnwechsel bei Alpacas/Lamas erst im Alter von ca. 6 Jahren vollkommen abgeschlossen ist. Zur Zeit werden jedoch die meisten Tiere bereits im Alter von 2-3 Jahren in der Zucht eingesetzt. Oft haben diese Tiere beim Erwerb hervorragende Zähne und ein paar Monate später wird dann doch ein Ueberbiss festgestellt. Zum Glück ist oft auch genau das Gegenteil der Fall und die Tiere haben die besseren Zähne als vor dem Zahnwechsel. Da bei einem starken Ueberbiss die Schneidezähne beim Fressen nicht richtig abgenutzt werden, wachsen diese immer weiter unter der oberen Knochenplatte hervor. So lange, bis ein Abzupfen von Gras nicht mehr möglich ist. Deshalb sollten die Zähne regelmässig kontrolliert und bei Bedarf korrigiert werden. Die Schneidezähne können abgeschliffen oder mit einer Zahnsäge gekürzt werden. In den meisten Fällen reicht jedoch das jährliche Abschleifen der Zähne aus. Bei Hengsten/Wallachen müssen die Hengstzähne im Abstand von ca. 3 Jahren bis auf Zahnfleischniveau abgesägt werden, um Verletzungen anderer Tiere vorzubeugen. Die sechs Hengstzähne entwickeln sich im Alter von 2-4 Jahren.
Je nach Untergrund und der dadurch mehr oder weniger starken Abnutzung der Nägel, müssen diese 2-4 Mal im Jahr gekürzt werden. Sie werden dabei mit einer Klauen- Schere auf Sohlenniveau geschnitten. Damit diese Prozedur ohne Stress für Tier und Halter durchzuführen ist, sollte das Füsse geben, resp. das stehen auf drei Beinen, mit den Tieren regelmässig geübt werden.
Einmal im Jahr müssen Alpacas geschoren werden. Wer Zeit und Freude hat, kann dies selber mit der Handschere machen. Dies setzt jedoch ein ruhiges oder trainiertes Tier voraus. Die Schur mit der Maschine, von einem Profi durchgeführt, ist für die meisten Tiere eine gute und vor allem schnelle Alternative zur Handschur. Ziel sollte in jedem Fall eine möglichst stressfreie Schur sein.